Alle Winter wieder – wenn die norddeutschen Bürgersteige, Vorgärten und Büsche gesäumt sind von abgebrannten Raketenresten und Böllerpapier – zieht es mich in die Ferne, weit weg von Grünkohl, Glühwein und gebrannten Mandeln.

Spätestens im Februar möchte ich lieber Reiseführer als Apothekenumschau lesen, meine Haut von Sonne anstatt Rotlicht wärmen lassen, kurzum: vom Winter- in den Flugmodus gleiten.

Es gibt dabei so viele gute Gründe, sich für eine Reise nach Bangkok zu entscheiden, wie man hervorragende Garküchen in Chinatown zählt: unzählige.

Selbige sind nämlich schon eine kulinarische Sensation für sich und mit nichts zu vergleichen, was einem die meisten heimischen Restaurants als authentisches Thai-Food auftischen wollen. Das leckerste Pad Thai, das ich bisher genießen durfte, wurde mir in einer wellblechbedachten Hütte am Straßenrand in der Altstadt für nicht einmal umgerechnete 2,50 Euro serviert.

Ein perfekt zubereiteter und erfrischender Gin Basil Smash im 61. Stockwerk des Banyan Tree Hotels ist dagegen um ein Vielfaches teurer, dafür ist der Name der „Moon Bar“ auch Programm: ein Panoramablick über die glitzernde Skyline Bangkoks ist eigentlich unbezahlbar, denn es gibt wahrlich nicht viele Orte auf dieser Welt, wo man das Gefühl hat, mit dem Sonnenuntergang an einem Tisch zu sitzen.

Aber nicht nur in der Nacht, sondern auch tagsüber pulsiert in der „Stadt der Engel“ das pure Leben und schafft in nahezu jedem Winkel, jeder Gasse die Möglichkeit neue Eindrücke zu sammeln und sich mitreißen zu lassen.

Es ist ein mystischer Ort, und die Spiritualität der thailändischen Bevölkerung ist überall zu spüren.

Auf dem Amulettmarkt bekommt man einen besonders guten Eindruck davon, wie groß die nationale Bedeutung von Glaube und Aberglaube ist: nach einer kurzen Fahrt mit dem Expressboot auf dem Chao Playa River und einem kleinen Fußmarsch kommt man hier sehr schnell mit Einheimischen ins Gespräch um zu erfahren, vor welchen bösen Geistern man sich am besten schützen sollte.

Der Königspalast sowie der Wat Pho Tempel, auch als „Liegender Buddha“ bekannt, sind weltberühmte Sehenswürdigkeiten und liegen in unmittelbarer Nähe des Amulettmarkts. Wer auch im Urlaub nicht auf ein kleines Workout verzichten möchte, der kann noch ein bisschen weiterlaufen bis zum „Tempel des Goldenen Berges“ Wat Paket: nach 318 Stufen kann man hier den Mönchen bei ihrer täglichen Arbeit zusehen und, und mit etwas Glück, auch einer ihrer wunderschönen buddhistischen Zeremonien beiwohnen.

Warum es Sinn macht, den Bangkok-Aufenthalt eventuell ans Ende und nicht an den Anfang einer längeren Thailand-Reise zu stellen? Nun ja: wer einmal einen der zahlreichen Märkte für Gewürze, Speisen und Souvenirs besucht hat, weiß, mit wie viel Übergepäck man die „Stadt der Engel“ wahrscheinlich wieder verlassen wird.

Text: Jenny Charlotte Donoghue